Klausnerin auf dem Disibodenberg, Lehrerin und erste Gefährtin Hildegards von Bingen.
Als Tochter des Grafen von Sponheim verweigerte Jutta die Ehe und ließ sich mit zwanzig Jahren in einer an die Abtei Disibodenberg angebauten Zelle einschließen, nach dem Ritus der Inklusion — die Tür wurde zugemauert, dem Offizium folgte man durch ein Fenster. Man vertraute ihr ein achtjähriges Kind an, Hildegard, von ihrer Familie dargebracht: Jutta lehrte sie den Psalter, das Latein und den Gesang und war dreißig Jahre lang ihre einzige Lehrmeisterin. Die Berufungen strömten so zahlreich herbei, dass die Zelle zu einem kleinen Frauenkonvent wurde. Bei ihrem Tod 1136 wählten ihre Gefährtinnen Hildegard zu ihrer Nachfolgerin.