Papst, der Karl den Großen in der Weihnachtsnacht 800 zum Kaiser krönte und das Reich im Westen neu begründete.
795 gewählt, wurde Leo III. mitten in einer Prozession von einer römischen Partei überfallen, die ihn blenden und ihm die Zunge herausschneiden wollte; bei Karl dem Großen in Paderborn Zuflucht suchend, kehrte er unter fränkischem Geleit nach Rom zurück. Am Weihnachtstag 800 setzte er in der Peterskirche dem König der Franken die Kaiserkrone aufs Haupt — eine Geste, die im Abendland ein seit drei Jahrhunderten erloschenes Reich wiedererweckte und das Papsttum für tausend Jahre an die weltliche Macht band. Er regierte noch sechzehn Jahre und verteidigte das Credo ohne das Filioque, das die Franken ihm hinzufügen lassen wollten.