Drei Monate vor dem Schisma gestorben, das man ihm zuschreibt.
Bruno von Egisheim, Vetter der salischen Kaiser, wurde mit fünf Jahren dem Bischof von Toul anvertraut und leitete dieses Bistum über zwanzig Jahre, ehe er im Dezember 1048 in Worms zum Papst bestimmt wurde. Er stellte eine Bedingung: Rom solle ihn kanonisch wählen. Dann zog er barfuß und im Pilgerkleid dort ein, nachdem er unterwegs einen jungen Mönch namens Hildebrand gewonnen hatte — den späteren Gregor VII. Sein Pontifikat lief auf eine Methode hinaus: nicht in Rom zu bleiben. Er hielt ein Dutzend Konzilien quer durch Europa, in Pavia, Reims, Mainz, Salerno, Vercelli, verurteilte überall Simonie und Priesterehe und machte aus dem Kardinalskollegium eine Regierung. 1053 stellte er ein Heer gegen die Normannen Süditaliens auf und führte es selbst: bei Civitate wurde er vernichtend geschlagen und neun Monate in Benevent festgehalten, wo er Griechisch lernte. Erschöpft kehrte er zurück und starb am 19. April 1054. Drei Monate später, am 16. Juli, legten seine Legaten auf den Altar der Hagia Sophia die Bulle, die den Patriarchen von Konstantinopel exkommunizierte — ihr Auftrag war mit ihm erloschen, und der Akt war rechtlich nichtig. Das Schisma, das man ihm zuschreibt, geschah ohne ihn.
Papst mit Tiara und Papstkreuz; bisweilen ein Musikinstrument, zur Erinnerung an den Sänger, der er war.