Codex Sanctorum Der Kodex der Heiligen
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Emanuele Stablum

Man bat ihn, das Priestertum für die Medizin aufzugeben; er machte sein Krankenhaus zur Zuflucht.

Porträt — Emanuele Stablum
Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, par Claudio Gattei

Sohn eines Sägewerkarbeiters aus dem Val di Sole im Trentino, trat er mit fünfzehn bei den Söhnen der Unbefleckten Empfängnis ein und legte 1913 Profess ab. Nach Rom zu den Studien geschickt, die zum Priestertum führten, stand er im ersten Jahr der Theologie, als sein Generaloberer ihn bat, alles für die Medizin zu lassen. Er gehorchte und wurde nie geweiht: er blieb zeitlebens Bruder. 1930 in Neapel zum Doktor der Medizin promoviert, trat er im Jahr darauf in das Dermopathische Institut der Unbefleckten in Rom ein — der erste Arzt im Ordensstand seiner Kongregation. Er ordnete dessen Betrieb neu, diente dort neunzehn Jahre, leitete es nach dem Krieg und bildete dort eine Schule von Dermatologen heran. Dann kam die deutsche Besetzung Roms. Von 1943 bis 1944 öffnete er die Türen des Krankenhauses den Verfolgten: an die hundert Menschen wurden dort verborgen, darunter etwa fünfzig Juden, und Gegner des Regimes. Er war zudem, an der Seite Luigi Geddas, einer der Gründer des Verbands katholischer Ärzte Italiens, der am 5. Juli 1944 in Rom entstand. Er starb am 16. März 1950 mit vierundfünfzig Jahren. 1992 ließen die Überlebenden selbst eine Tafel am Eingang des Instituts anbringen; Yad Vashem erkannte ihn 2001 als Gerechten unter den Völkern an, und Papst Franziskus erklärte ihn 2021 zum Ehrwürdigen.

Erkennen

Man kennt ihn von Fotografien, im Ordenskleid oder im weißen Kittel; da der öffentliche Kult den Seliggesprochenen vorbehalten ist, hat er kein Andachtsbild.

Quellen

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