Tempelpriester, des Zweifels wegen verstummt, dessen Lobgesang Benedictus seit fünfzehn Jahrhunderten jeden Morgen erklingt.
Das Lukasevangelium beginnt mit ihm: Priester der Abteilung Abija, mit Elisabet verheiratet, beide betagt und kinderlos. Durchs Los bestimmt, im Heiligtum das Rauchopfer darzubringen, sieht er dort den Engel Gabriel, der ihm einen Sohn ankündigt, zweifelt laut und tritt stumm vor die wartende Menge. Erst am achten Tag findet er die Sprache wieder, als er den Namen des Kindes auf ein Täfelchen schreibt — Johannes —, und spricht dann den Lobgesang Benedictus, den die Kirche seit dem 6. Jahrhundert im Morgenoffizium singt. Die Überlieferung machte ihn später zum Märtyrer, getötet zwischen Heiligtum und Altar, doch das Evangelium sagt nichts über seinen Tod.