Wegen Unbürgerlichkeit verurteilt; das Distrikt, das sie guillotinieren ließ, beklagte im Jahr darauf „diese tugendhafte, unmenschlich geopferte Frau“.
1736 in Metz in einer sehr bescheidenen Familie mit fünfzehn Kindern geboren, trat sie an ihrem einundzwanzigsten Geburtstag bei den Barmherzigen Schwestern ein. Nach Pau, Autun, Brest, Fontainebleau und Troyes vertraute ihr der Bischof von Dax 1779 das eben erbaute Hospital Saint-Eutrope an: sie war dessen erste Oberin, eröffnete dort eine Schule für Jungen und Mädchen, ließ eine Kapelle errichten und nahm verlassene Mädchen auf. Die Revolution hob die Kongregationen auf; die Schwestern wirkten als „Damen der Nächstenliebe“ weiter. 1793 verweigerten sie den Eid. Am Weihnachtsabend verhaftet, im Karmeliterkloster eingeschlossen, allein und ohne Verteidigung verhört, wurde sie am 8. April 1794 verurteilt, weil sie „durch ihre Unbürgerlichkeit den revolutionären und republikanischen Geist zu verderben und zu hemmen gesucht“ habe, und tags darauf auf der Place Poyanne guillotiniert, Rücken an Rücken mit einem eidverweigernden Priester gefesselt. Ein Jahr später erklärte das Distriktdirektorium, „die Gemeinde Dax wird diese tugendhafte Frau lange vermissen, die, aus einem an ihrer religiösen Überzeugung festhaltenden Charakter, unmenschlich geopfert wurde aus Gründen, deren Beweis noch zu erbringen ist“; die feierliche bürgerliche Wiedergutmachung kam erst 1905. Das Gericht hatte sie nach einem politischen Anklagepunkt verurteilt; Benedikt XVI. erkannte 2010 an, dass dieser Punkt einen anderen verbarg, und sie wurde am 19. Juni 2011 in Dax seliggesprochen.
Barmherzige Schwester in Kornette und graublauem Habit, mit der Märtyrerpalme; bisweilen das Hospital von Dax im Hintergrund.