Ihr Bruder, der Bischof, gab ihr den Schleier; er wurde ermordet, als er sie besuchen wollte.
Um 720 in Exmes im Hiémois geboren, hatte sie zum Bruder Chrodegang, den Bischof von Sées — er war es, der sie ins Kloster aufnahm und ihr eigenhändig den Schleier gab. Sie wurde Äbtissin von Montreuil, dicht bei Almenêches. Chrodegang zog zum Grab der Apostel; er kehrte zurück und war auf dem Weg nach Almenêches, um seine Schwester zu besuchen, als ein Verwandter ihn töten ließ. Ein Kalvarienberg bei Nonant bezeichnet noch die Stelle. Opportuna starb ein Jahr nach ihm, am 22. April 770, und die Normandie hat sie ihre Wundertäterin genannt. Was folgte, gehört ihr so sehr wie ihr Leben: um 853 erhielt der vor den Normannen fliehende Klerus von Sées vom König das Land Moussy, um ihre Reliquien in Sicherheit zu bringen; die Pilger kamen so zahlreich, dass man aus ihren Gaben eine Kapelle baute. Ein Teil gelangte nach Paris, wo die Kanoniker von Sainte-Opportune um 866 von Ludwig dem Stammler Grundbesitz erhielten; ihre Kirche wurde 1792 als Steinbruch verkauft, doch ein Pariser Viertel trägt noch ihren Namen. Ebenso vier normannische Gemeinden. Ihr ältestes bekanntes Bild steht in der Abtei Lessay und stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Äbtissin mit Schleier und Stab; bisweilen den Schleier aus der Hand ihres Bruders, des Bischofs, empfangend. Ältestes bekanntes Bild: Lessay, 13. Jahrhundert.