Codex Sanctorum Der Kodex der Heiligen
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Petronilla von Rom

Zwei Katakombeninschriften, ein Missverständnis um ihren Namen — und sie wurde Patronin der Könige von Frankreich.

Porträt — Petronilla von Rom
Wikimedia Commons, domaine public — enluminure médiévale, sainte Pétronille

Sie ist zuallererst zwei Inschriften aus der Domitilla-Katakombe an der Via Ardeatina: „Petronella mart.“, auf eine Wand gemalt, und „Aureliae Petronillae filiae dulcissimae“, in einen Sarkophag geschnitten. Das Übrige ist eine Konstruktion. Weil ihr Name dem des Petrus ähnelte, machte man sie zu seiner Tochter — die apokryphen Akten gaben ihr eine Lähmung, die der Apostel heilte und wiederkommen ließ, um sie keusch zu bewahren. Im 8. Jahrhundert wurden ihre Reliquien neben die Peterskirche in eine Kapelle überführt, die die Könige von Frankreich zu der ihren machten: sie wurde Patronin der „ältesten Tochter der Kirche“, und die französischen Gesandten hielten dort ihre Gottesdienste. Historiker gestehen ihr heute nur die Inschrift zu. Es bleibt, was sie zeigt: ein ganzer Kult, auf einer Wortähnlichkeit errichtet.

Erkennen

Junge Frau mit Besen oder Schlüsseln — häuslichen Attributen — bisweilen neben dem heiligen Petrus.

Orte

Grabstätte
Catacombe de Domitille, Rome

Quellen

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