Codex Sanctorum Der Kodex der Heiligen
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Leodegar von Autun

Ein Bischof, in merowingische Palastkriege verstrickt, geblendet und dann von der Macht enthauptet.

Porträt — Leodegar von Autun
Wikimedia Commons, domaine public — enluminure de la Légende dorée, « Comment la vie saint Legier » : Léger devant Childéric II

Um 616 im fränkischen Adel geboren, am Hof Chlothars II. und dann bei seinem Onkel, dem Bischof von Poitiers, erzogen, wurde er um 663 Bischof von Autun und regierte gut: er stellte die Stadt wieder her, hielt eine Synode, befriedete rivalisierende Parteien. Doch die Zeit ließ einen Bischof nicht außerhalb der Politik. Er ergriff Partei im Kampf zwischen Childerich II. und Ebroin, dem Hausmeier von Neustrien, und wurde dessen persönlicher Feind. 675 in Autun belagert, gab er sich aus, um die Stadt zu verschonen. Man stach ihm die Augen aus, schnitt ihm die Zunge ab und schleppte ihn zwei Jahre von Kloster zu Kloster; dann setzte ihn ein Gericht ab, und um 679 wurde er in einem Wald des Artois enthauptet. Das Volk hielt ihn sogleich für einen Märtyrer, und sein Name — Leodegarius — gab Léger und dann Saint-Léger an Dutzende französischer Gemeinden.

Erkennen

Bischof mit Bohrer oder Ahle, dem Werkzeug seiner Blendung; bisweilen die Augen auf einem Buch, wie bei der heiligen Luzia.

Orte

Tod
Forêt de Sarcing, Artois

Quellen

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