Ein pikardischer Bischof des 6. Jahrhunderts, dessen Name in der bekanntesten Wetterregel des französischen Kalenders fortlebt.
Um 456 in Salency in der Picardie geboren, von fränkischem Vater und gallo-römischer Mutter, wurde er um 530 zum Bischof von Vermand gewählt und verlegte seinen Sitz nach Noyon, da die befestigte Stadt in Zeiten der Invasionen sicherer war als die offene. Die Überlieferung schreibt ihm die Gründung der Rosière von Salency zu, bei der jedes Jahr das verdienstvollste Mädchen des Dorfes mit Rosen bekränzt wurde — ein Brauch, der mindestens seit dem Mittelalter bezeugt und bis ins 20. Jahrhundert gepflegt wurde. Er starb um 545, und Chlothar I. ließ über seinem Grab die Abtei Saint-Médard in Soissons errichten, eine der mächtigsten des Frankenreichs. Die Legende erzählt, ein Adler habe seine Flügel über den vom Gewitter überraschten Knaben gebreitet und ihn als einzigen trocken gelassen: daher sein Bezug zum Regen und die Vierzig-Tage-Regel, die jeder kennt, ohne zu wissen, wer Medardus war.
Als Bischof dargestellt, über dessen Haupt ein Adler die Flügel breitet; oft breit lächelnd mit offenem Mund — was die Volkskunst das „Lachen des heiligen Medardus" nannte.