Eine burgundische Prinzessin, mit einem heidnischen König vermählt: sie erwirkte seine Bekehrung und kippte mit ihm ein Königreich.
Um 475 in die burgundische Königsfamilie geboren, heiratete sie um 493 Chlodwig, den König der Franken, der noch Heide war. Als katholische Christin in einer Zeit, in der die meisten germanischen Könige Arianer waren, drängte sie ihn Jahr um Jahr, die Taufe zu empfangen; ihr erster Sohn, gegen den Willen des Vaters getauft, starb als Säugling, was der Sache nicht half. Gregor von Tours berichtet, Chlodwig habe sich auf dem Höhepunkt der Schlacht von Zülpich dem Gott seiner Frau zugewandt und sei in Reims von Bischof Remigius zusammen mit Tausenden seiner Krieger getauft worden. Damit wurde das fränkische Gallien ein katholisches Reich in einem weithin arianischen barbarischen Europa, was viele spätere Gleichgewichte entschied. 511 verwitwet, erlebte sie den Bruderzwist ihrer Söhne und die Ermordung zweier Enkel durch deren Onkel. Sie zog sich nach Tours zurück, an das Grab des Martin, wo sie um 545 starb. Ihr Gedenktag ist der 4. Juni.
Dargestellt als gekrönte Königin mit einem Kirchenmodell in Händen, bisweilen neben Chlodwig, der am Taufbecken kniet.