Ein Erzbischof von Konstantinopel aus dem 4. Jahrhundert und Theologe. Er gilt weithin als der vollendetste rhetorische Stilist des patristischen Zeitalters.
Gregor von Nazianz (ca. 329 – ca. 390) ist einer der Kirchenväter und Kirchenlehrer. Geboren in Kappadokien (heutige Türkei), ist er der Sohn von Gregor dem Älteren, Bischof von Nazianz, und Nonna. Er studierte in Cäsarea in Kappadokien, Alexandria und Athen, wo er eine tiefe Freundschaft mit Basilius dem Großen und seinem Bruder Gregor von Nyssa schloss und so die „Kappadokischen Väter“ bildete. Gegen seinen Willen zum Priester geweiht, wurde er später von Basilius zum Bischof von Sasima und dann zum Koadjutorbischof von Nazianz ernannt. 379 wurde er nach Konstantinopel berufen, um die nizänische Orthodoxie nach Jahrzehnten des Arianismus wiederherzustellen. Seine Predigten, insbesondere die „Fünf Theologischen Reden“, brachten ihm den Beinamen „der Theologe“ ein. Er wurde zum Patriarchen von Konstantinopel gewählt, trat aber 381 während des Ersten Konzils von Konstantinopel zurück, müde von den kirchlichen Intrigen. Er zog sich nach Nazianz zurück, wo er seine letzten Jahre dem Schreiben von Gedichten und Briefen widmete. Er wird für seine elegante Rhetorik und seine entschiedene Verteidigung der Dreifaltigkeit und der vollen Göttlichkeit des Heiligen Geistes verehrt.