Ein pikardischer Bischof des 6. Jahrhunderts, dessen Name heute eine Straße, einen Kuchen und ein Handwerk meint.
In Port-le-Grand im Ponthieu geboren, war er in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts der achte Bischof von Amiens. Von seinem Episkopat weiß man fast nichts; seine späte Legende hat sein Glück gemacht. Sie erzählt, seine Amme habe auf die Nachricht seiner Wahl hin, beim Einschießen des Brotes, erklärt, sie werde es erst glauben, wenn der Brotschieber in ihrer Hand Blätter treibe — der Schieber wurde zum Maulbeerbaum, und der Baum wurde jahrhundertelang gezeigt. Im 13. Jahrhundert stiftete ein Pariser Bäcker Grund für eine Kapelle auf seinen Namen; die Bäckerzunft nahm ihn zum Patron, die Straße erhielt den Namen der Kapelle, und ein Konditor dieser Straße erfand im 19. Jahrhundert den Kuchen, der ihn noch trägt. Wenige Heilige haben auf so schmaler Grundlage so handfeste Spuren hinterlassen.
Bischof mit einem Brotschieber, oft mit drei Broten; bisweilen der wunderbare Maulbeerbaum hinter ihm.