Offizier einer in Ägypten ausgehobenen Legion: er weigerte sich, die Waffen gegen Christen zu wenden, und wurde mit seinen Leuten dezimiert.
Nach der um 450 von Eucherius, Bischof von Lyon, verfassten Passio befehligte er die Thebäische Legion, in Oberägypten ausgehoben und unter Maximian nach Gallien geschickt. In Agaunum im Wallis angekommen, erhielt die Einheit den Befehl, an der Verfolgung von Christen mitzuwirken; die Legionäre, selbst Christen, verweigerten sich. Der Kaiser ließ die Truppe dezimieren, dann erneut dezimieren, und angesichts ihrer Beharrlichkeit schließlich vollständig niedermachen. Die Forschung bestreitet an diesem Bericht alles — die Stärke, das Datum, selbst die Existenz der Legion —, doch ein Kult ist in Agaunum seit dem fünften Jahrhundert bezeugt, wo die 515 gegründete Abtei Saint-Maurice zu den ältesten noch bestehenden Klöstern des Abendlandes zählt. Sein Name verbreitete sich in ganz Europa, von Savoyen bis ins Heilige Römische Reich, wo er Patron der Ritter wurde. Die deutsche Ikonografie stellt ihn seit dem dreizehnten Jahrhundert als Afrikaner dar. Sein Gedenktag ist der 22. September.
Dargestellt als geharnischter Soldat mit Lanze und Banner, in der germanischen Kunst seit dem 13. Jahrhundert oft mit den Zügen eines schwarzen Mannes.