Er ließ einen Kaiser drei Tage barfuß im Schnee warten und starb im Exil, weil er eine von Fürsten freie Kirche wollte.
Hildebrand von Sovana, ein in Rom geschulter Mönch, diente mehreren Päpsten, ehe er 1073 durch Akklamation von Klerus und Volk selbst gewählt wurde. Sein Pontifikat trug ein Programm: die Kirche der Verfügung der Laien zu entreißen. Er verbot die Simonie, verpflichtete den Klerus auf den Zölibat und bestritt vor allem den Herrschern das Recht, Bischöfe zu investieren — der Investiturstreit. Kaiser Heinrich IV. ließ ihn durch eine Bischofsversammlung absetzen; er exkommunizierte den Kaiser und entband dessen Untertanen vom Treueid. Im Januar 1077 kam der Kaiser nach Canossa und wartete drei Tage vor der Burg, ehe er Vergebung erhielt: die Szene wurde zum Sinnbild einer geistlichen Gewalt über der weltlichen. Das Weitere war ihm weniger günstig. Heinrich kehrte mit Heeresmacht zurück, nahm 1084 Rom und setzte einen Gegenpapst ein; von den Normannen befreit, deren Plünderung der Stadt ihm die Römer entfremdete, starb Gregor 1085 im Exil zu Salerno. 1606 heiliggesprochen, wird er am 25. Mai gefeiert.
Dargestellt als Papst mit Tiara und Stab, bisweilen mit Kaiser Heinrich IV., der ihm im Schnee von Canossa zu Füßen kniet.