Codex Sanctorum Der Kodex der Heiligen
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Leonhard von Noblac

Legendärer fränkischer Adeliger, von Saint Remi bekehrt, der Einsiedler im Limousin wurde und der Schutzpatron der Gefangenen, Wöchnerinnen und des Viehbestands ist.

Porträt — Leonhard von Noblac
Wikimedia Commons, public domain

Leonhard von Noblac, auch unter verschiedenen Namen bekannt, ist ein legendärer fränkischer Adliger, dessen Leben durch eine späte Legende überliefert wird, die in einer Biographie aus dem 11. Jahrhundert (BHL 4862) belegt ist. Im Jahr 496, gleichzeitig mit Chlodwig, von Saint Remi zum Christentum bekehrt, erhielt Leonhard vom König das Recht, Gefangene zu befreien, die er für würdig hielt. So wurde er der Schutzpatron zahlreicher Gefangener. Nachdem er das Bischofsamt abgelehnt hatte, trat er in die Abtei Saint-Mesmin de Micy ein, bevor er sich als Einsiedler in die Wälder des Limousin zurückzog, wo ihm viele Jünger folgten. Die Legende besagt, dass er für die Geburt eines männlichen Erben des Königs der Franken betete und als Belohnung Land in Nobiliacum (Noblat) erhielt, wo er eine Abtei gründete, aus der das Dorf Saint-Léonard-de-Noblat entstand. Sein Kult ist berühmt für Befreiungswunder: Gefangene, die ihn aus ihren Zellen anriefen, sahen ihre Ketten zerbrechen, brachten sie dann als Huldigung dar und blieben oft bei ihm für ein neues Leben. Obwohl vor dem 11. Jahrhundert keine historische Erwähnung existiert (die erste datiert auf 1028), verbreitete sich sein Kult schnell. Berühmte Pilger, darunter Bohemund von Tarent (dessen wundersame Befreiung im Jahr 1103 ihm zugeschrieben wurde), Richard Löwenherz und König Karl VII., besuchten sein Grab und stärkten seinen Ruf. Die Abtei von Noblat wurde eine wichtige Station auf dem Jakobsweg, und der Kult des Heiligen Leonhard verbreitete sich in ganz Westeuropa. Er wird für die Befreiung von Gefangenen, die Entbindung von Frauen im Wochenbett und Tierkrankheiten angerufen. Das Wappen von Saint-Léonard-de-Noblat zeigt übrigens seine zerbrochenen Ketten.

Patronat

Orte

Kirche
Collégiale Saint-Léonard

Quellen

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