Ein junges Mädchen, das göttliche Stimmen hörte, führte eine Armee zum Sieg und wurde zu einem Symbol nationaler Identität, bevor sie auf dem Scheiterhaufen gemartert wurde.
Johanna von Orléans, auch bekannt als die „Jungfrau von Orléans“, ist eine emblematische Figur der französischen Geschichte und eine Heilige der katholischen Kirche. Geboren in der Region Lothringen, behauptete sie seit ihrer Jugend, göttliche Stimmen zu hören, die sie anwiesen, Frankreich von der englischen Besatzung zu befreien und den Dauphin Karl VII. krönen zu lassen. Trotz ihres jungen Alters und ihrer bescheidenen Herkunft gelang es ihr, den Dauphin zu überzeugen und die Führung der königlichen Armeen zu übernehmen, wobei sie mehrere entscheidende Siege errang, insbesondere die Belagerung von Orléans im Jahr 1429. Anschließend begleitete sie Karl VII. nach Reims zu seiner Krönung. Von den Burgundern gefangen genommen, wurde sie an die Engländer verkauft, von einem parteiischen Kirchengericht der Ketzerei für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Sie wurde am 30. Mai 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1456 rehabilitiert, wurde sie 1909 selig- und 1920 heiliggesprochen und wurde so eine der sekundären Schutzpatroninnen Frankreichs. Ihre Geschichte verkörpert Glauben, Mut und Widerstandsfähigkeit.