Spitzenklöpplerin des 19. Jahrhunderts und Mutter von fünf Nonnen, von denen die berühmteste eine Kirchenlehrerin ist. Sie wurde zur gleichen Zeit wie ihr Mann Louis heiliggesprochen.
Marie-Azélie Guérin, genannt Zélie, wurde in Gandelain, bei Saint-Denis-sur-Sarthon, Frankreich, geboren. Sie war eine talentierte Geschäftsfrau und leitete erfolgreich eine Spitzenfabrik für Alençon-Spitze. 1858 heiratete sie Louis Martin, einen Uhrmacher und Juwelier, und bildete ein tief frommes und geeintes Paar. Aus ihrer Ehe gingen neun Kinder hervor, von denen fünf Töchter überlebten und alle in den Karmel eintraten, die berühmteste war die heilige Therese von Lisieux. Zélie Martin lebte ein Leben intensiven christlichen Glaubens, geprägt von Gebet, Nächstenliebe gegenüber den Armen und einer beispielhaften Hingabe an ihre Familie, selbst angesichts großer persönlicher Prüfungen, wie dem Verlust von vier ihrer Kinder im Säuglingsalter und ihrer eigenen Krankheit. Sie starb 1877 an Brustkrebs und hinterließ Louis, der ihre fünf jungen Töchter großzog. Sie und Louis Martin wurden 2008 selig- und am 18. Oktober 2015 von Papst Franziskus gemeinsam heiliggesprochen und wurden damit das erste Ehepaar, das in der Geschichte der Kirche gemeinsam heiliggesprochen wurde. Ihr Leben zeugt von der gewöhnlichen Heiligkeit, die im Ehe- und Familienleben gelebt wird.