Als Äbtissin des 7. Jahrhunderts in Austrasien war sie für ihre Gastfreundschaft gegenüber Pilgern und irischen Mönchen bekannt. Heute ist sie die Schutzpatronin der Katzen.
Die heilige Gertrud von Nivelles (um 628 – 17. März 659) war die Tochter von Pippin von Landen, Hausmeier von Austrasien, und der heiligen Itta. Schon in jungen Jahren zeigte sie große Frömmigkeit und lehnte eine arrangierte Ehe ab, um sich Gott zu weihen. Nach dem Tod ihres Vaters gründete ihre Mutter Itta ein Doppelkloster in Nivelles (im heutigen Belgien) für Männer und Frauen. Gertrud wurde um 652 dessen zweite Äbtissin und trat die Nachfolge ihrer Mutter an. Unter ihrer Leitung wurde die Abtei von Nivelles zu einem blühenden Zentrum der Gelehrsamkeit und Spiritualität. Sie empfing viele irische Mönche, darunter den heiligen Foillan, und bemühte sich um den Erwerb von Büchern und Reliquien. Ihr Leben war von strenger Askese und mystischen Visionen geprägt. Erschöpft von ihren Kasteiungen und der Last ihres Amtes, trat sie 658, ein Jahr vor ihrem Tod am 17. März 659, von ihrem Amt als Äbtissin zurück. Ihre Verehrung verbreitete sich schnell nach ihrem Tod, und sie wird besonders als Schutzpatronin der Katzen, der Reisenden und der psychisch Kranken angerufen.